23.11.2018 - Kloster oder nicht Kloster...

Bisher zurückgelegte Strecke:  674 Km

Tagesetappe:    29 Km
Von Seixón nach Sobrado Dos Monxes
Gesamte Strecke auf dem Camino: 703 Km

Gestern Nacht, und bis heute früh, hat es bisweilen so geregnet, dass der Lärm der auf das Blechdach fallenden Tropfen sogar das Geräusch des Heizlüfters übertönt hat.

Auch bis neun regnet es weiter. Leider sagt auch das Wetterradar, dass die Regenfront aus Südwesten nach wie vor aktuell ist.
Egal, ich gehe erst Mal in der Bar, die zur Herberge gehört Frühstücken. Kaffee und Toastbrot ist angesagt.

Immer Mal wieder ist nun ein Stück blauer Himmel zwischen den Wolken zu erblicken. Als ich zurück zur Herberge gehen scheint sogar richtig die Sonne.
So entscheide ich mich zu Packen und mich auf den Weg zu wagen.
Auch als es währendessen wieder kräftig anfängt zu regnen bleibe ich standhaft und bei meiner Entscheidung. Es wird wohl so den ganzen Tag gehen.

Gegen halb zwölf, es ist Mal gerade Regenpause, geht es los.
Heute geht es nun daran den höchsten Punkt dieses Caminos für mich zu einem. Ca. 720 Meter ist die Marke.

So geht es die nächsten Stunden hauptsächlich nach oben. Immer begleitet von einem regen Wettermix.
Im Fünf-Minuten-Abstand wechseln sich Regen, Sonne und kühler Wind ab.
Irgendwann endlich erreiche ich den höchsten Punkt und es geht mal eben auf kurzer Strecke hundert Meter runter, die ich vorher mühsam erklimmt habe.
Dann noch mal kurz hoch und den Rest der Strecke kann ich es entspannt rollen lassen.
Erst kurz vor dem Ortseingang entdecke ich die zwei mächtigen Kirchtürme des Monasterio der Sobrado, meinem heutigen Ziel.
Dort soll es eine große Pilgerherberge bei den dortigen Mönchen geben.

Zum Glück ist das auch so, den die andere Herberge im Ort hat natürlich geschlossen.
Ich habe sogar Glück, den die Siesta der Mönche ist gerade vorbei und ich werde eingelassen.
Ein englischer Mönch nimmt meine Daten auf und ich bekomme meinen Pilgerstempel. Dann zeigt er mir die Unterkunft, also den Schlafsaal indem 13 Betten stehen. Zum Glück gibt's einen kleinen Ölradiator den ich anstelle damit es etwas warm wird.
Beim meterdicken Mauern wird es wohl selbst im Sommer kühl hier sein. Kurz vor mir sind noch fünf andere Pilger angekommen mit denen ich mir dass Zimmerchen teile.

Das übliche Prozedere folgt. Auspacken, Duschen, warm Anziehen.
Selber kochen ist hier im Kloster nicht wirklich möglich. Zwar gibt es ein paar
Kochplatten, doch keinen Teller, Glas oder Besteck. Eigentlich ein Armutszeugnis für die Kirche. Aber eben so karg werden wohl auch die Mönche hier leben.
Also mache ich einen kleinen Rundgang durchs Örtchen und setzte mich in eine Cerveceria. (Größere Bar mit Speisesaal)
Eigentlich ist erst um Acht Essenszeit, aber man ist so nett und serviert mit trotzdem schon vorher einen Teller Suppe.
So komme ich satt ins Bett und freue mich, dass man die Uhrzeitglocken nachts ausstellt. Im Chor mit allen anderen Pilgern schnarche ich mich durch die Nacht...

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