07.11.2018 - Start ohne Wind ..

Bisher zurückgelegte Strecke:  128 Km

Tagesetappe: 24 Km
Von Güemes nach Santander
Gesamte Strecke auf dem Camino: 152



Während es die ganze Nacht heftigst gestürmt hat, erwache ich friedlich gegen Viertel vor Acht und erinnere mich daran, dass ja für Acht Uhr das Frühstück angesagt war.
Ich fange schon Mal an zu packen und begebe ich dann in den Speisebereich. Irgendwer hat schon Mal das Kaminfeuer angemacht und so frühstücken wir mit Marlen im Warmen.

Irgendwann erscheint auch Ernesto, der diese Nacht entspannt in einem Schlaflabor in Bilbao verbracht hat.
Er erklärt noch Mal den Werdegang und die Entwicklung des einstigen kleinen Bauernhauses seines Großvaters zur heutigen Herberge.

Nachdem wir noch ein paar Einnerungsfotos gemacht haben packe ich meine restlichen Sachen und verabschiede mich. Zum Glück ist vom heftig gestrigen und nächtlichen Wetter nichts mehr zu spüren. Blauer Himmel und Sonnenschein erwartet mich und das losradeln macht Spass.

Ich schlage die Straße in Richtung Küste ein und wende mich dann westlich.
Dabei komme ich häufig an herrlichen Stränden vorbei und beobachte die Surfer bei ihren Versuchen die perfekte Welle zu erhaschen. 
Von so viel Enthusiasmus angetrieben entscheide ich mich Mal ein Stück dem Fusspilgerweg zu folgen. Auch wenn das bedeutet, dass ich 95 Prozent des Weges mein Rad in Kloppenrandnähe schieben muss. Es werden mir so aber viele tolle Ausblicke auf das Meer und den Verlauf der Küstenlinie geschenkt, dass ich es nicht bereue. So gelange ich letztendlich bis zum Örtchen Somo, kurz vor der Meereinmündung gegenüber der Großstadt Santander. Bevor es weitergeht gibt es erst Mal ein kleines Mittagessen aus Baquette und Schinken. In einer Bushaltestelle, welche mir wie so oft beim Lunchen als Speisesaal dient.

Ein Umfahren der Meermündung wäre so umfangreich und zeitraubend, dass es nahe liegt die Gelegenheit zu nutzen mit dem halbstündlichen Bootsshuttle überzusetzen. So erreiche ich entspannt Santander.

Da es schon später Nachmittag ist begebe ich mich erst mal auf die Suche nach einer Unterkunft. Da Santander ja eine große Stadt ist hoffe ich auf eine offene Herberge. In der Nähe der Kathedrale finde ich auch eine.
Obwohl diese ganz uncharmant in einem etwas schäbigen Gebäude untergebracht ist entscheide ich mich zum bleiben. 
Nachdem ich den Hospitalero erreicht habe, komme ich rein. Leider ist es innen auch nicht viel anderes. Aber ich habe wenigstens ein Plätzchen für die Nacht.

Ich nutze die restliche Zeit deshalb nicht zum Weitersuchen, sondern mache mich nach dem Duschen in Richtung Stadt.
Ich setze mich in einen Linienbus und fahre in zu einem Einkaufszentrum, wo es eine Filiale von Decathlon gibt.
Dort finde ich zum Glück eine leicht gefütterte lange Radlerhose. Es ist nun doch schon etwas kühl und diese wird mir die nächste Zeit bestimmt gute Dienste leisten.

Ich kaufe mir noch etwas zum Essen und genieße dieses dann gemütlich in der Herberge.

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